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Mega-Renditen einheimsen: Wie Anleger Verzigfacher-Aktien erkennen

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Mega-Renditen einheimsen: Wie Anleger Verzigfacher-Aktien erkennen

17 Mal rentabler als der Markt: Eine Formel für Mega-Renditen? Wie sich Verzigfacher-Aktien erkennen lassen

Welcher Anleger träumt nicht davon, rechtzeitig ins „nächste Amazon“ einzusteigen? Oft erfährt man erst von solchen Chancen, wenn es längst zu spät sind. Oder lassen sich diese Aktien früh genug identifizieren? Eine Studie zu den Top-Performern der letzten Jahre gibt genau die Hinweise, die Rendite-Jäger brauchen.

In einem Jahr machen 1,0 oder 1,5 Prozent Zuwachs kaum einen Unterschied. Über ein Jahrzehnt wird spürbar, welchen Unterschied ein halber Prozentpunkt machen kann. Gigantisch wird diese Differenz, wenn sich eine Null hinzugesellt. 10-prozentiges Wachstum ist schön, 100-prozentiges Wachstum besser – und sogenannte Tenbagger, Verzehnfacher-Aktien, natürlich am besten.
Zur Veranschaulichung: Bis sich ein Papier bei einer durchschnittlichen Rendite von 5,0 Prozent verzehnfacht, dauert es etwas mehr als 47 Jahre. Selbst bei großzügigen 10,0 Prozent sind es noch gut 24 Jahre. Manche Aktien schaffen das in wenigen Jahren, in seltenen Fällen sogar in Monaten.
So einen Titel aber zu finden – wie beispielsweise das „nächste Amazon “ – ist unter Anlegern ein alter Traum. Meist erfährt man von solchen Geldvermehrern aber erst, wenn die Verzigfachung längst vollzogen ist. Oder lassen sich solche Werte tatsächlich frühzeitig identifizieren?
Eine Variante wäre, einfach breit über aussichtsreiche Titel zu streuen. Zündet aber nur einer der Werte, während der Rest durchschnittlich oder schwächer als der Markt performt, schmälert das die Gesamtrendite – was dem ursprünglichen Ziel, mit einem Multibagger das Geld zu verzigfachen, entgegenwirkt.
Multibagger sind vor allem eins: Gering kapitalisiert
Anleger, die aber genau sowas wollen, müssen auf die Suche gehen. Nur, wie findet man Multibagger-Kandidaten? Der US-Vermögensverwalter AltaFox Capital hat in einer 645-Seiten-Studie die Gemeinsamkeiten der Top-Performer in den Jahren 2015 bis 2020 zusammengetragen.
Sofort fällt auf: Große Namen finden sich kaum in der Liste. Die E-Commerce-Plattform Etsy  ist noch der bekannteste Wert. Nur vier der betrachteten Werte hatten zum Startzeitpunkt eine Marktkapitalisierung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Der größte Teil der Werte lässt sich indes im Bereich der „Micro-Caps“ verorten

– 2015 gehörten 44 der Werte diesem Segment mit Marktkapitalisierungen von 50 bis 300 Millionen US-Dollar an.

Das macht vor allem im Hinblick auf die Frage Sinn, warum beispielsweise ein Konzern wie Siemens  plötzlich um den Faktor 10 im Wert steigen sollte. Derzeit ist das deutsche Industrie-Urgestein am Markt mit 116 Milliarden Euro bewertet. Es erscheint enorm unwahrscheinlich, dass sich Siemens‘ Geschäft in kürzester Zeit so massiv verbessert, dass eine Bewertung von 1160 Milliarden Euro oder mehr gerechtfertigt wäre.
„Während einige große Firmen in der Stichprobe enthalten waren, so waren kleinere Unternehmen stärker repräsentiert und lieferten im Schnitt öfter größere Renditen“, schreiben die AltaFox-Analysten. Einer der Schlüsse der Experten ist deshalb, lieber unter gering kapitalisierten Werten zu stöbern: „Kleinere Unternehmen haben meist mehr Raum, den Anteil an ihrem Zielmarkt zu vergrößern, relativ zu größeren Konzernen, die oft bereits eine große Marktpenetration erreicht haben.“
„Hohe Margen, skalierbare Geschäftsmodelle“ – Tech ist Trumpf
Bei der Branchenzugehörigkeit solcher Tenbagger-Aktien gibt es indes Auffälligkeiten. „Wenig überraschend“, schreiben die Analysten, seien sind Tech-Werte überrepräsentiert, ebenso wie Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Unterrepräsentiert unter den Multibaggern sind hingegen die Handels-, Industrie- und Kommunikationsunternehmen. Versorgerfirmen fehlten sogar komplett.
Die Überrepräsentation bei Tech-Firmen sei auf Merkmale wie „hohen Margen, hohen operativen Hebeln und skalierbaren Geschäftsmodellen“ zurückzuführen, so AltaFox. Bei den ebenfalls stark repräsentierten Gesundheitsunternehmen wiederum hätten sich in der Stichprobe „besonders Hersteller von medizinischen Geräten“ wiedergefunden.
Damit haben Anleger bereits zwei Merkmale, anhand derer sich aussichtsreiche Kandidaten finden lassen: Kleine Unternehmen aus der Tech- und Gesundheitsbranche. Eher noch sollte dabei die Größe eine Rolle spielen, sofern sich komplett auf die Statistik verlassen wird. Zwischen 2015 und 2020 erzielten alle betrachteten Werte im Schnitt 922 Prozent Rendite, fast 17 mal so viel wie der marktbreite S&P 500  (55 Prozent). Allerdings lag das durchschnittliche Plus bei den Nano-Caps unter 50 Millionen Dollar Marktkapitalisierung bei 1855 Prozent, der Median-Zuwachs immer noch bei 1114 Prozent.

 
Dummerweise finden sich beispielsweise allein an der Nasdaq mit Aktienscreenern wie Finviz prompt über 260 Titel, die „klein genug“ sind. Um die Auswahl weiter zu verkleinern, braucht es mehr Indikatoren – die AltaFox ebenfalls identifiziert hat.
Was das enorme Wachstum trieb
So eint die Überperformer ein enormes Wachstum beim Umsatz und beim EBITDA – letztgenannte Metrik misst den operativen Profit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Im Median, der die Stichprobe in zwei Hälften aufteilt, lagen Umsatz- und EBITDA-Wachstum bei 113 respektive 137 Prozent. Salopp gesagt: Das Geschäft hat sich in fünf Jahren mehr als verzweifacht.
Die spannenden Antworten liefert AltaFox nun bei der Frage, was dieses Wachstum getrieben hat. Der mit Abstand wichtigste Faktor: Übernahmen. Bei 56 Prozent der Unternehmen waren Übernahmen der Schlüssel zum Wachstum. Danach erst kamen „transformative Produktneuheiten“ (27 Prozent) oder neue Großaufträge (17 Prozent).

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Was die Experten ebenfalls hervorheben: Viele der Top-Performer agieren in Märkten mit hohen Eintrittshürden oder genießen eindeutige Wettbewerbsvorteile. Das heißt beispielsweise, Patente zu besitzen oder regulatorische Barrieren wie die Zulassung durch Behörden wie die amerikanische FDA. Aber auch etwa Netzwerkeffekte oder hohe Wechselkosten werden genannt.
Wie wertvoll der letztgenannte Faktor sein kann, zeigt Apple  als wertvollster Konzern der Welt eindrücklich. Wer sich einmal im Ökosystem Apples aus iPhone, iCloud, iTunes, Apple TV und weiteren Geräten und Dienstleistungen verfängt, kommt da nicht so einfach heraus. Entsprechend hoch – und sei es nur in der Wahrnehmung des Verbrauchers so – sind die Kosten, um sich aus dem Ökosystem Apples zu verabschieden.
Die wichtigsten Faktoren auf der Suche nach Multibaggern
Am Ende, resümieren die AltaFox-Experten, lassen sich die Erkenntnisse in 5 allgemeine Faktoren und 4 spezifische Faktoren eindampfen, um künftige Multibagger zu finden. Die 4 allgemeinen Faktoren sind:
Nach Unternehmen mit einer vorteilhaften Wettbewerbsposition umsehen
Finanziell gesunde Unternehmen betrachten – viele Outperformer wiesen vor der Rally eine solide Bilanz auf – das sei auch weniger riskant als Turnaround-Kandidaten
Unternehmen finden, die wertsteigernde Übernahmen anvisieren
Nicht auf gängige Bewertungsmaßstäbe – starre „Multiples“ wie ein KGV unter 10 – verlassen.
Offen für internationale Unternehmen sein – starke Outperformer fanden sich unter anderem in Schweden, Australien und auch Deutschland
Die 4 spezifischen Faktoren wiederum lauten:
Speziell auf Firmen aus dem Vereinigten Königreich, Schweden, Deutschland, Norwegen und Australien blicken. Nicht nur böten die Länder eine solide Konjunkturumgebung, sondern gerade kleinere Börsenfirmen würden dort öfter „unter dem Radar“ fliegen
Besonders unter Unternehmen in der Tech- und Gesundheitsbranche suchen
Firmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als zwei Milliarden US-Dollar (1,7 Mrd. Euro) betrachten
Und schließlich folgende Metriken einhalten: Kurs-Umsatz-Verhältnis unter 3, Kurs-EBITDA-Verhältnis unter 20 und Kurs-Gewinn-Verhältnis unter 30
Mit diesem Bündel an Indikatoren lässt sich die Auswahl bereits stark verkleinern. Anleger müssen auch nicht unbedingt selbst suchen – FOCUS-Money-Redakteur Mario Lochner hat bereits einige Werte, die den Kriterien gerecht werden, Anfang August mithilfe der Studie herausgefiltert. Unter seinen Multibagger-Kandidaten finden sich etwa der Videokamera-Spezialist Mobotix , der Immobilienkonzern Noratis  oder die Industrieholding Blue Cap .

 
Die drei beispielhaft genannten Unternehmen genießen starke Prognosen beim EBITDA-Wachstum, bleiben in puncto Bewertung aber noch im Rahmen der Vorgaben. Mobotix beispielsweise kommt nur auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von genau 1. Keines der insgesamt 10 Unternehmen ist übrigens mit über einer Milliarde Euro bewertet – alle bewegen sich damit im Bereich der kleineren Werte, die, wie AltaFox gezeigt hat, mehrheitlich das größere Potenzial bieten.
Hohe Rendite-Chancen sind immer auch hohe Risiken
Nicht ungesagt darf jedoch bleiben, dass Anleger bei solchen Investments eine eherne Regel des Markts nicht vergessen dürfen. Mehr Rendite gibt es immer nur für mehr Risiko. Das heißt nicht, dass sich dieses Risiko materialisiert. Aber es besteht in einem anderen Maße, wenn die Renditeerwartungen höher sind als normal. Tendenziell sind kleinere Titel auch volatiler – und Lochner warnt daher davor, dass derartige Investments „auch immer Zockerei“ seien.
Beispiele, wie kostspielig solch ein Investment enden kann, gibt es genug – Pharma-Unternehmen etwa, deren wichtigstes Medikament keine Zulassung bekommt. Nicht selten quittiert der Markt solche Rückschläge mit zweistelligen Verlusten. Umgekehrt ist das Potenzial bei einer Zulassung natürlich ebenso massiv.
Die besten Beispiele für diese Risiko-Chance-Relation haben deutsche Anleger auch gerade erst erlebt. Biontech  avancierte binnen Monaten zu einem Multimilliarden-Unternehmen. Und Curevac ? Diese Aktie hat sich mal eben halbiert.

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