Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 15 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 206.467 davon in Deutschland. Die USA melden nahezu täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Corona-Zahlen in Dithmarschen steigen deutlich (15.16 Uhr) +++ Bund zahlt Coronatests für alle Reiserückkehrer (14.11 Uhr) +++ Nach mehreren Feiern entwickelt sich in Meck-Pomm ein neuer Corona-Cluster (13.27 Uhr) +++ Frankfurt-Studie: Viele Corona-Genesene haben Herzschäden (10.15 Uhr)

Busfahrerin ermahnt Maskenverweigerer – und wird verprügelt

17.40 Uhr: Nach mehrfacher Ermahnung einer Gruppe von unbelehrbaren Fahrgästen wegen mangelnden Corona-Schutzes ist eine Busfahrerin in Darmstadt geschlagen und verletzt worden. Eine noch unbekannte Frau habe auf die Fahrerin am Ende der Busfahrt mehrfach eingeschlagen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die 20 bis 30 Jahre alte Verdächtige sei zusammen mit drei Männern und einem Kind in den Bus eingestiegen. Alle hätten keinen Mund-Nase-Schutz getragen und seien daraufhin mehrfach ermahnt worden, dieser Pflicht nachzukommen. Statt eine Maske aufzusetzen, hätten sie die Fahrerin beleidigt. An der Endhaltestelle habe die Frau dann die Tür zur Fahrerin geöffnet und zugeschlagen. Die rabiaten Fahrgäste flüchteten anschließend. Die Polizei sucht Zeugen, die die Schlägerin oder ihre Begleiter gesehen haben.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) verurteilte den Vorfall: „Die Menschen, denen diese Gewalt angetan wird, stehen stellvertretend für uns alle, und sie machen ihre Arbeit zum Schutz von uns allen“, erklärte er. „Die derzeit zunehmende Respektlosigkeit und Gewalt gegen Sicherheitskräfte, aber auch gegen Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsdienste und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst muss gestoppt werden.“

Ein ähnlicher Fall ereignete sich zuletzt in Frankreich. Zwei Männer hatten einen Busfahrer im südwestfranzösischen Bayonne nach Angaben von Ermittlern so heftig geschlagen und getreten, dass er im Krankenhaus für hirntot erklärt werden musste – offenbar aus völlig banalem Anlass: Der Fahrer hatte die Passagiere aufgefordert, wie vorgeschrieben Corona-Schutzmasken aufzusetzen.

Hongkongs Regierungschefin warnt vor möglichem Zusammenbruch des Gesundheitssystems

16.57 Uhr: Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hat angesichts der steigenden Infektionszahlen im Land vor einem möglichen Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt. Das berichtet der „Guardian“. Angesichts der neuen Welle von meist lokalen Ausbrüchen stehe Hongkong „kurz vor einem großen Ausbruch, der zu einem Zusammenbruch unseres Krankenhaussystems führen und vor allem älteren Menschen das Leben kosten könnte“, so Lam.

In einer Mitteilung vom Montag heißt es zudem, die Testkapazitäten könnten die Nachfrage nicht mehr decken. Zudem würden „medizinisches System und Quarantäneeinrichtungen überfordert.“

TOP-NEWS: Corona-Zahlen in Dithmarschen steigen deutlich – Kreis könnte zum Risikogebiet werden

15.16 Uhr: Der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein könnte bei weiter deutlich steigenden Corona-Zahlen zum Risikogebiet werden. Ein Kreissprecher sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, innerhalb der vergangenen sieben Tage seien Stand Mittwochfrüh 33 Neuinfektionen festgestellt worden. Am späten Nachmittag sollten die Labor-Ergebnisse von weiteren 45 getesteten Personen vorliegen. „Einige dieser Personen zeigen Corona-typische Symptome, so dass wir mit weiteren positiven Tests rechnen.“

Bei den 33 Corona-Infizierten handelt es sich nach Angaben des Sprechers vor allem um Reiserückkehrer vom West-Balkan und aus Skandinavien, aber auch im Kontext dieser Rückkehrer erfolgte Ansteckungen im familiären Bereich. Der überwiegende Teil der Neuinfektionen sei auf mehrere in Dithmarschen lebende Familien entfallen, die einen engen Verbund miteinander pflegten. Bei den 45 Personen, deren Testergebnisse noch ausstehen, handle es sich um Kontaktpersonen.

Über die Einstufung von Risikogebieten in Schleswig-Holstein entscheidet das Gesundheitsministerium in Kiel. Es gebe keinen Automatismus, erläuterte ein Sprecher auf Anfrage. Grundlage sei die Quarantäne-Verordnung des Landes.

Inzwischen 16 Corona-Fälle bei Fleischverarbeiter Danish Crown

14.46 Uhr: Der dänische Fleischverarbeiter Danish Crown muss in einem Schlachthof mit wachsenden Corona-Zahlen umgehen. Nach den ersten drei bestätigten Infektionsfällen der vergangenen Tage sei die Zahl der bestätigten infizierten Mitarbeiter im dänischen Ringsted mittlerweile auf 16 gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Nach Rücksprache mit den Behörden werde nun ein mobiles Testzentrum vor Ort errichtet, um die Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

Danish Crown war am Sonntag von einem ersten Corona-Fall unter den Mitarbeitern informiert worden und hatte daraufhin die Kontakte der betroffenen Person nachzuverfolgen versucht. In dem Schlachtbetrieb in Ringsted mit seinen rund 900 Mitarbeitern werden wöchentlich rund 35 000 Schweine geschlachtet.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es nach einem Corona-Massenausbruch eine fast vierwöchige Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück gegeben. Mitte Juli war ein Anlaufen der Produktion wieder erlaubt worden. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst.

TOP-NEWS: Tests werden kostenlos: Bund zahlt Coronatests für alle Reiserückkehrer

14.11 Uhr: Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten.

TOP-NEWS: Nach mehreren Feiern entwickelt sich in Meck-Pomm ein neuer Corona-Cluster

13.27 Uhr: Im Zusammenhang mit einem am Dienstag registrierten Corona-Fall im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind zehn weitere Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus festgestellt worden. Diese insgesamt elf Fälle stehen im Zusammenhang, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Mittwoch mitteilte. Einer der Infizierten müsse in einem Krankenhaus behandelt werden. Bislang seien mehr als 100 Kontaktpersonen ermittelt worden. Einige der positiv getesteten Menschen haben den Angaben zufolge mehrere Feiern besucht. Das Gesundheitsamt vor Ort arbeite mit Hochdruck an der Ermittlung und Information aller Kontaktpersonen, hieß es weiter.

Corona-Pandemie: Gericht: Versicherung muss nicht für Schließung wegen Corona zahlen

12.36 Uhr: Bei einer Versicherung gegen eine Betriebsschließung besteht kein Deckungsschutz gegen Krankheiten oder Erreger wie Covid-19 oder Corona, wenn diese nicht ausdrücklich vertraglich benannt sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Eilverfahren entschieden und am Mittwoch mitgeteilt. Die Klägerin, Inhaberin einer Gaststätte in Gelsenkirchen, hatte von ihrer Versicherung fast 27.000 Euro eingefordert. Bereits das Landgericht Essen hatte den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte diese Sicht jetzt in einem nicht anfechtbaren Beschluss vom 15. Juli (Az.: 20 W 21/20).

Die Aufzählung der versicherten Krankheiten und Krankheitserreger in den vereinbarten Versicherungsbedingungen sei abschließend, teilte das OLG zur Begründung mit. Der Wortlaut „nur die im Folgenden aufgeführten“ und die anschließende ausführliche Auflistung einer Vielzahl von Krankheiten und Erregern mache dem – für die Auslegung maßgeblichen – durchschnittlichen Versicherungsnehmer deutlich, dass der Versicherer nur für die benannten, vom Versicherer einschätzbaren Risiken einstehen wolle, heißt es in der Begründung des OLG in Hamm.

Deutsche Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

11.38 Uhr: Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht. Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent.

Die Analyse, die im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ erschienen ist, liefert laut Mitteilung der Autoren vom Mittwoch erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es. Die untersuchten Daten betreffen Patienten, die zwischen 26. Februar und 19. April in 920 deutschen Krankenhäusern stationär aufgenommen wurden.

„Die hohen Sterblichkeitsraten machen deutlich, dass in den Kliniken relativ viele Patienten mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf behandelt wurden. Diese schweren Verläufe betreffen eher ältere und gesundheitlich bereits beeinträchtigte Menschen, kommen aber auch bei jüngeren Patienten vor“, so Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

Derzeit sind laut dem Divi-Intensiv-Register noch 258 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, davon wird knapp die Hälfte beatmet (Stand 28. Juli). Insgesamt sind in dem Register mehr als 15 000 abgeschlossene Covid-19-Behandlungen erfasst, ein Viertel dieser Patienten starb.

Frankfurt-Studie: Viele Corona-Genesene haben Herzschäden

10.15 Uhr: Drohen Covid-19-Patienten nach überstandener Erkrankung Herzprobleme? Diese Vermutung äußern Wissenschaftler der Universität Frankfurt nach einer Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Cardiology“. Das Team hatte Magnetresonanzaufnahmen der Herzen von insgesamt 100 Patienten ausgewertet, die sich von einer Covid-19-Erkrankung erholten – gut zwei Drittel von ihnen zu Hause, die übrigen im Krankenhaus.

Bei 78 Patienten waren entzündliche Veränderungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels erkennbar – oft trotz eines sehr leichten Verlaufs der ursprünglichen Infektion und bei ansonsten gesunden und oft sportlichen Patienten. Was diese Veränderungen langfristig bedeuten, ist allerdings noch unklar. Hierfür planen die Forscher eine Nachverfolgung der Patienten, sagt Ko-Autor Eike Nagel. Die Forscher rechnen damit, dass zumindest bei einigen Patienten ein kleiner Herzschaden verbleibt. Dafür spreche etwa die Erhöhung des Stoffes Troponin – einem Marker für Herzmuskelschäden – bei 71 Prozent der 100 Patienten.

Die Untersuchungen waren etwa zwei Monate nach einer akuten Corona-Infektion durchgeführt worden. Damit konnten die Forscher zeigen, dass es sich nicht um einen direkten Schaden durch das Virus handelt, sondern eher um eine durch den Virus ausgelöste Immunreaktion.

Allerdings betonen die Autoren, aus der Untersuchung könne man keine Rückschlüsse für Patienten unter 18 Jahren ziehen. Bisher könne man auch keine Empfehlungen für eine Behandlung oder das Verhalten von Patienten geben. Generell sollten Menschen nach einer Corona-Infektion jedoch bei Sport ihre möglicherweise geringere Leistungsfähigkeit beachten.

Corona-Appell: Ministerin Karliczek hält PK im Merkel-Stil

09.31 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat die Bürger dazu aufgerufen, im Umgang mit Corona nicht nachlässig zu werden. „Die Pandemie ist für alle anstrengend. Die Pandemie nervt zum Teil. Die Pandemie kostet Kraft bei vielen Menschen. Aber die Pandemie ist auch für viele Menschen bedrohlich“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin.

Es sei verständlich, dass jeder gerne sein altes Leben wieder aufnehmen würde, aber es brauche weiter Disziplin, wenn man das Erreichte nicht aufs Spiel setzen wolle. Karliczek rief zur Beachtung der Hygienemaßnahmen auf, zum Abstandhalten und zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes. „Wir dürfen dem Virus keine Chance geben, sich wieder großflächig zu verbreiten.“ Hintergrund sind die angestiegenen Infektionszahlen in den vergangenen Tagen.

Mit Blick auf die international laufende Suche nach einem Impfstoff warnte Karliczek erneut vor zu hohen Erwartungen. Rückschläge seien dabei immer möglich. „Wir dürfen an dieser Stelle keine Wunder erwarten. Wir müssen nach wie vor davon ausgehen, dass Impfstoffe für die breite Bevölkerung erst frühestens Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen.“

Trotz strenger Maßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

08.17 Uhr: Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle. Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet – auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete.

Da China praktisch eine „Null-Fälle-Politik“ verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell berichteten aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne.

Ausbruch in Hongkong: „Wenn das so weiter geht, bricht unser System zusammen“

08.01 Uhr: Hongkong blieb bislang von der Corona-Epidemie größtenteils verschont. Bis jetzt. Denn nun schnellen die Fälle nach oben. Die Johns Hopkins University registrierte jüngst 145 Fälle an nur einem Tag. Ein Rekord für die chinesische Sonderverwaltungszone mit knapp 7,5 Millionen Einwohnern. Regierungschefin Carrie Lam warnt deshalb schon jetzt: „Wir sind am Rande eines großen Ausbruchs. Dieser könnte zu einem Zusammenbruch des Krankenhaussystems führen. Und viele Menschen – vor allem alte – das Leben kosten.“ Lam sprach von „lokalen Ausbrüchen“, deren „Ursprung nicht immer klar sei“.

Hongkong war es trotz der Nähe zu Wuhan gelungen, das Virus fernzuhalten. Deshalb gab es auch keine größeren Maßnahmen und keinen Lockdown. Das ändert sich nun. Lam verhängte beispielsweise ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen und schließt Restaurants. Zuletzt war Lam massiv in der Kritik, nachdem in Hongkong die neuen Sicherheitsgesetze in Kraft gesetzt wurden.

Corona-Pandemie: USA erleben grausamen Dienstag: 1592 Todesfälle in 24 Stunden

06.12 Uhr: Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer des Coronavirus in den USA ist am Dienstag stark angestiegen. Binnen 24 Stunden wurden 1592 Verstorbene gezählt, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Dies ist die höchste Zahl seit zweieinhalb Monaten. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten im Land liegt inzwischen bei mehr als 149.000. 

Zudem wurden mehr als 60.000 neue Infektionsfälle innerhalb eines Tages gezählt. Dies stellt einen erneuten Anstieg der Infektionsrate dar, nachdem die Ansteckungszahlen in den Vortagen etwas zurückgegangen waren. Insgesamt wurden in den USA laut Johns-Hopkins-Universität bereits fast 4,35 Millionen Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Die USA sind sowohl von den Infektions- als auch den Totenzahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

US-Präsident Donald Trump hatte angesichts der steigenden Zahlen zuletzt die Bevölkerung zum Tragen von Atemschutzmasken aufgerufen. Dies war eine Kehrtwende, nachdem Trump zuvor das Tragen von Mund-Nasen-Schutz lächerlich gemacht hatte. Von dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen der USA betroffen.

700 Corona-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff gehen auf einen Passagier zurück

04.23 Uhr: Die mehr als 700 Corona-Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ gehen einer Studie zufolge höchstwahrscheinlich auf einen einzigen Passagier zurück. Eine genetische Analyse zeige, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen, berichtete ein Team des japanischen Instituts für Infektionskrankheiten in der US-Fachzeitschrift PNAS. Dies deute darauf hin, dass „die Ausbreitung von SARS-CoV-2 an Bord der Diamond Princess von einem einzigen Ereignis vor Beginn der Quarantäneperiode ausging“, folgerten die japanischen Wissenschaftler.

Die Forscher entnahmen Virus-Genomsequenzen von 148 Passagieren und Besatzungsmitgliedern des Schiffes, das am 3. Februar von den japanischen Behörden im Hafen von Yokohama unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt worden war. Zuvor war ein 80-jähriger Passagier, der in Hongkong von Bord gegangen war, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ansteckungen begannen den Forschern zufolge wahrscheinlich während großer Versammlungen in Gemeinschaftsräumen, „wo die Passagiere tanzten, sangen, einkauften und Shows besuchten“.

Die „Diamond Princess“ mit mehr als 3600 Menschen an Bord hatte im Februar für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sich 712 Menschen an Bord mit dem Coronavirus infiziert hatten und sieben Menschen starben. Zeitweise wurden dort die meisten Infektionen außerhalb Chinas registriert.

Bundesländer melden mehr als 700 Neuinfektionen – Berliner Corona-Ampel springt auf Rot

21.46 Uhr: In Deutschland haben sich bislang 206.467 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie aus den Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Das sind 717 mehr Fälle als noch am Montag. Kein Bundesland blieb am Dienstag ohne Neuinfektionen. 9097 Menschen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Zahl der Genesenen beziffert das Robert Koch-Institut auf 190.800. Somit sind rund 6600 Menschen in Deutschland akut infiziert (aktive Fälle). Die Reproduktionszahl ist unterdessen auf 1,25 angestiegen. Sie gibt an, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt.

In Berlin wurde, nachdem zum dritten Mal in Folge eine erhöhte Reproduktionszahl gemeldet wurde, die erste von drei Corona-Ampeln auf Rot gestellt. Wenn zwei der drei Ampeln (Reproduktionszahl, Neuinfektionen pro Woche, Covid-19-Hospitalisierungszahlen) gleichzeitig auf Rot stehen, besteht laut Senat Erörterungsbedarf und die Vorbereitung möglicher Maßnahmen ist erforderlich.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 206.467, 9097 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.047 (1843 Todesfälle)
  • Bayern: 50.589 (2617 Todesfälle)
  • Berlin: 9070 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3550 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1761 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5337 (230 Todesfälle)
  • Hessen: 11.743 (518 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 849 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.254 (649 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 47.740 (1730 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7445 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2831 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5522 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1999 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3379 (156 Todesfälle)
  • Thüringen: 3351 (182 Todesfälle)

*Diese Bundesländer haben keine neuen Fallzahlen gemeldet

Gesamt (Stand 28.07.2020, 21.41 Uhr): 206.467 (9097 Todesfälle)

Vortag (Stand 27.07.2020, 20.25 Uhr): 205.750 (9092 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 190.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 6600

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl:  1,25 (Stand 28.07.20)

Bericht: Gesetzliche Krankenversicherung soll Corona-Tests für Reisende bezahlen

19.45 Uhr: Die gesetzliche Krankenversicherung soll einem Medienbericht zufolge die Kosten für Corona-Tests bei allen Reiserückkehrern aus dem Ausland übernehmen. Das geht aus dem Entwurf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, aus dem am Dienstagabend der „Spiegel“ zitierte. Demnach soll das Geld aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds entnommen werden.

Um „das Risiko der Einschleppung von Infektionen“ zu verhindern, sollten alle Rückkehrer aus dem Ausland grundsätzlich getestet werden können, heißt es demnach in dem Referententwurf, „soweit deren Einreise noch nicht mehr als 72 Stunden zurückliegt“.

Die Tests will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnach aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlen. Der Fonds sammelt Beiträge und Steuermittel und verteilt das Geld dann an die Kassen. Für die Kosten nennt der Referentenentwurf dem Bericht zufolge eine grobe Schätzung: Für eine Million ungebündelter Tests belaufen sich die Mehrausgaben für die Labordiagnostik demnach auf rund 50,5 Millionen Euro.

Für Reisende aus Risikogebieten sollen die Tests Spahns Plänen zufolge verpflichtend sein. Betroffen sind Reisende aus den rund 140 Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen hat. Alle anderen Reiserückkehrer können sich freiwillig testen lassen.

Surftipp: Reisende aus Risikogebieten – Bald verpflichtende Corona-Tests: An diesen Flughäfen können sich Urlauber bereits testen lassen

Corona-Pandemie: Gericht in NRW stellt klar: Maskenpflicht ist verhältnismäßig

19.39 Uhr: Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts ist die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin verhältnismäßig. Mit einer erneuten Entscheidung zu dem Thema bekräftigten die Richter am Dienstag ihre Haltung, dass das Tragen von Alltagsmasken etwa beim Einkauf oder in Bus und Bahn rechtens sei (A.: 13 B 675/20 NE). 

Laut Gerichtsmitteilung hatte ein Mann aus Kleve sich per Eilverfahren gegen die Regelung gewandt. Er vertritt die Auffassung, die Mund-Nase-Bedeckungen seien ungeeignet, die Ansteckungsgefahr zu minimieren – sie vermittelten im Gegenteil trügerische Sicherheit. Zudem seien die angebotenen Masken auf dem Markt mit Chemikalien belastet.

160.000 mehr Todefälle in Europa im Frühjahr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre

18.44 Uhr: Die Statistikbehörde Eurostat hat die Zahl der Todesfälle im Zeitraum zwischen März und Mai (Kalenderwoche 10 bis 22) in 24 europäischen Staaten ermittelt – und kam dabei zu einem erschreckenden Ergebnis. Laut Behörde wurden in dieser Zeit insgesamt 160.000 Todesfälle mehr als im jeweils gleichen Zeitraum der vier Jahre zuvor (2016-2019) gemeldet. Weiter sei die Zahl der Todesfälle in der ersten Aprilwoche (Kalenderwoche 14) besonders stark gestiegen. Allein in diesem Zeitraum lag die Zahl der Todesfälle in den untersuchten Ländern laut Eurostat bei rund 120.000.

Die Zahlen geben einen Hinweis darauf, wie hoch die durch die Corona-Pandemie verursachte Übersterblichkeit in Europa ist – auch wenn die Zahlen als solche zunächst nicht angeben, worauf die Todesfälle zurückzuführen sind. Mit der Betrachtung der Übersterblichkeit lässt sich unabhängig von den offiziell gemeldeten Corona-Todesfällen untersuchen, inwiefern sich die Sterberate in der Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum verändert hat.

Allerdings zeigen die Daten auch gravierende Unterschiede zwischen den Staaten. Während unter anderem Spanien, Italien oder Belgien einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre verzeichnen, gab es etwa Bulgarien oder der Slowakei sogar weniger Todesfälle.

Wichtig auch: Großbritannien, das nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität die drittmeisten Corona-Todesfälle weltweit zu beklagen hat, wurde in der Statistik nicht berücksichtigt. Andernfalls läge die Zahl noch deutlich höher.

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