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Astronaut Ulrich Walter: Wissen über die Zukunft ist nicht das wirklich Wichtige

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Astronaut Ulrich Walter: Wissen über die Zukunft ist nicht das wirklich Wichtige

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25 Ideen für eine bessere Zukunft: Astronaut Ulrich Walter: Wissen über die Zukunft ist nicht das wirklich Wichtige

Schon vor tausenden Jahren haben Menschen den Weltuntergang vorausgesagt. Und heute versuchen sich Experten am Blick in die Zukunft. Astronaut Ulrich Walter gibt in seinem Gastbeitrag viele Beispiele, die zeigen, dass die Prognosen grandios falsch waren. Was eigentlich nichts ausmacht – denn Walter findet, es gibt etwas viel Wichtigeres als das Wissen, was die Zukunft bringt.

Was wird uns das neue Jahr bringen? Es ist doch naheliegend zu glauben, es würde so ähnlich wie die vergangenen, nur ein bisschen anders. Lineare Extrapolation nennen die Wissenschaftler so ein Denken. Angesichts der Unkenntnis der Zukunft bleibt dem Menschen schließlich auch kaum etwas anderes übrig. Schicksalsdenken hin oder her, die Zukunft ist im Prinzip ungewiss, so die Wissenschaft, oder wie der Bergmann sagt: Vor der Hacke ist es dunkel.Kurz bevorstehende Katastrophe ist beliebtes SzenarioStatt linearer Extrapolation ist eine kurz bevorstehende Katastrophe ein beliebtes Narrativ des Zukunftsdenkens der Menschen. Die Zukunft als radikaler Bruch mit dem Jetzt. Die Bibel ist voll davon: Sodom und Gomorrha, die Sintflut und natürlich die vier apokalyptischen Reiter als Vorboten der vier letzten Dinge: Tod und Gericht, Himmel oder Hölle. „Grauen und Furcht, Fallgrube und Fangnetz erwarten die Bewohner der Welt. Wer vor den Schreckensschreien flieht, fällt in die Grube, und wer sich aus der Grube retten kann, verfängt sich im Netz. Die Schleusen des Himmels öffnen sich, es erschüttert die Fundamente der Welt. Berstend reißt die Erde auf, sie bricht und zerbricht, sie wankt und schwankt …“, so das Gottesgericht über die Erde, das sogenannte Jüngste Gericht, in Jesaja 24.17-19.
Über den Gastautor

Ulrich Walter, Jahrgang 1954, ist Ordinarius am Lehrstuhl für Raumfahrttechnik an der Technischen Elite-Universität München. 1987 wurde er ins Deutsche Astronautenteam berufen und nahm an der Shuttle Mission D-2 vom 26. April bis 6. Mai 1993 teil. Walter ist Autor von sieben Büchern, darunter des Bildbands über seine Shuttle-Mission „In 90 Minuten um die Erde“ und dreier Sachbuch-Bestseller „Im Schwarzen Loch ist der Teufel los“ (2016), „Höllenritt durch Raum und Zeit“ (2017) und „Eine andere Sicht auf die Welt“ (2018). Seit September 2016 moderiert er die populärwissenschaftliche Dokumentationsreihe „Spacetimes“ im N24-Abendprogramm.

Noch ist diese Apokalypse nicht eingetreten, obwohl allein Martin Luther sie gleich dreimal prophezeit hat, für 1532, 1538 und 1541. All diese religiösen Apokalypsen hatten jedoch noch einen menschlichen Zug, der Gute wird verschont und ihm wird danach ein perfektes soziales Dasein auf Erden oder im Himmel beschieden.Dichterische Darkness: „Die Erde – ein toter Klumpen im erloschenen All“Gnadenloser die Dichtungstheorie der Romantik im 19. Jahrhundert mit ihrem Narrativ gequälter Seelen, dem Weltschmerz und damit einhergehend die grenzenlose Weltkatastrophe. Auch hier die Katastrophe als radikaler Bruch mit dem Jetzt, jedoch ohne göttliche Gerechtigkeit. Gerechte und Ungerechte gehen gleichermaßen unter.

Es gibt keine gereinigte Welt danach: Zerstörung ohne Erneuerung. Lord Byron, motiviert vom sogenannten „Jahr ohne Sommer“ 1816 mit Rekordtieftemperaturen ausgelöst durch den Ausbruch des Vulkans Mount Tambora, drückte es in seinem seinerzeit einflussreichen Gedicht „Darkness“ so aus: „Die Erde – ein toter Klumpen im erloschenen All.“Apokalypse-Vorhersagen trotz zahlreicher Irrtümer populärProphezeiungen von Apokalypsen sind auch heute noch beliebt. Erinnern Sie sich noch an die Vorhersagen der Apokalypsen-Autodidakten? Astrologin Elisabeth Teissier hatte den Weltuntergang für die Jahrtausendwende also für den 1.1.2000 vorhergesagt und der Maya-Kalender endete angeblich am 21. Dezember 2012 mit einem Weltuntergang. Als der nicht eintraf, wurde von einigen Forschern das Maya-Kalender-Ende auf 2020 uminterpretiert. Hurra, wie leben noch!Heute erleben wir eine Neo-Romantik. Die Menschen zieht es in die Städte, träumen von der verlorenen Natur – nur leben wollen sie darin nicht – und wählen entsprechende Parteien. Die Natur ist das Gute schlechthin und Industriezucker, hergestellt durch den gewissenlosen homo faber, der Inbegriff des verwerflich Künstlichen, das Symbol des Bösen. In den 80er-Jahren hätte das Waldsterben durch die industrielle Schwefelsäure in der Atmosphäre angeblich der Menschheit fast den Garaus gemacht, demnächst macht das angeblich die Klimakatastrophe. Dazu gibt es ein neues Narrativ von neuzeitlichen Apokalyptikern. Wir befinden uns kurz vor dem Umschlagpunkt, dem tipping point, nur weiß keiner genau, wo der ist. Ist auch egal, was ein Mensch wahrhaben möchte, das hält er auch für wahr. Und gestern wie heute gilt natürlich, jeder Apokalyptiker ist davon überzeugt, der von ihm prophezeite Weltuntergang ist der wahre.
25 Ideen für eine bessere Zukunft

FOCUS Online feiert seinen 25. Geburtstag. 25 Prominente aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft richten deshalb den Blick nach vorn. Und teilen ihre Wünsche, Ideen und Visionen für eine bessere Zukunft. Hier finden Sie alle Texte der Reihe.

Warum denken die Menschen so? Die Menschen glauben, der Mensch greife massiv in die Vorgänge der Natur ein, verändere sie und drehe sie in eine andere Richtung. In diesem zivilisatorischen Fortschritt, der Zeit des Anthropozän, liege die Katastrophe verborgen. Die Natur-Romantiker empfinden die Menschen als ein Geschmeiß. Sie träumen davon, die Welt von uns zu erlösen und so die Erde in eine Naturharmonie zurückkehren zu lassen. Eine Sehnsucht nach Heilung der Welt.Futurologen produzieren mit Vorhersagen 80-prozentige FehlerquotenDie Fachleute unter den Hellsehern heißen Futurologen. Eine US-Studie besagt, die Fehlerquote der Voraussagen akademischer Futurologen, sozusagen die Oberwisser, liegt bei 80 Prozent. Das ist nicht besser als raten. Hier ein paar Kostproben.Gottlieb Daimler, 1900: „Die weltweite Nachfrage nach Autos wird eine Million nicht übersteigen.“Albert Einstein, 1932: „Es gibt nicht das geringste Anzeichen, dass wir jemals Atomenergie entwickeln können.“Lee de Forest (der Erfinder der Kathodenstrahlröhre), 1957: „Der Mensch wird niemals den Mond erreichen, ungeachtet aller zukünftigen wissenschaftlichen Fortschritte.“                   Marvin Minsky (Begründer das KI-Labors am MIT), 1970: In drei bis acht Jahren werden wir eine Maschine besitzen mit der allgemeinen Intelligenz eines durchschnittlichen Menschen.Bill Gates, 1993: „Das Internet ist nur ein Hype.“Daher kann ich nur den von mir geschätzten Physiker und Nobelpreisträger (1965) Richard Feynman zitieren: „Wissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit von Experten.“Künstliche Intelligenz mit MackenDie künstliche Intelligenz wird schon seit Ende den 60er-Jahre bis heute weit überschätzt. Probieren Sie es selbst aus. Tippen Sie in den Google Übersetzer (Angeblich der beste Übersetzer, den es zur Zeit gibt) ein: „Eine Maus erkennt die Katze an ihrem Fiepsen.“ Google versteht nicht ansatzweise, wer wen an was erkennt und übersetzt entsprechend: „The mouse recognizes a cat by its beeping.“ Für die richtige Übersetzung gehört nämlich ein umfassendes Weltverständnis, eine Form von Intelligenz, von der KI selbst heute im Jahr 2021 noch Lichtjahre entfernt ist. Selbst einfachste Logik scheint Google nicht zu kennen. So wird „Eine Maus erkennt die Katze an ihren Mäuseohren.“ übersetzt zu: „A mouse recognizes the cat by its mouse ears.“ Und ich würde zu gerne in das Gesicht eines angeblich humanoiden Roboters blicken, wenn er erzählt bekommt: „Eine ältere Frau zur anderen: ‚Mein Alter interessiert mich schon lange nicht mehr.‘ Die andere: ‚Meiner auch.‘“ Angesichts dieser unübertroffenen menschlichen Intelligenz und Virtuosität reden Fachleute ungerne von KI sondern weniger überheblich von Maschinen-Intelligenz.Bleiben wir bei KI also auf dem Boden der Tatsachen. Der Mensch wird mit seinen unglaublichen Fähigkeiten nicht so schnell übertroffen werden, obwohl die KI in Spezialdisziplinen durchaus nützlich sein kann und immer besser werden wird, etwa bei den schwierigen inversen Problemen wie: Was ist die Krankheit eines Patienten, wenn er bestimmte Symptome zeigt? Und autonomes Autofahren wird auch nicht so schnell kommen. Abgesehen von rechtlichen Problemen (Wer zahlt beim Tod eines verunfallten Fußgängers?) ist für mich die Nagelprobe eine Fahrt um den Arc de Triomphe in Paris – ohne Schramme versteht sich.Was bringt uns die Zukunft?Wenn ich es wüsste, würde ich es nicht erzählen, sondern Geld damit machen. Außerdem weiß die Physik seit langem, Chaos – und unsere Welt ist das physikalisch perfekte Chaossystem – ist prinzipiell nicht vorhersagbar. Corona, das von keinem für 2020 prophezeit wurde, ist ein schönes Beispiel. Aber, ist das Wissen um die Zukunft wirklich so begehrenswert? Wäre es gut zu wissen, zu welchem Zeitpunkt man stirbt? Würde man sich dann nicht schlaflos im Bett herumdrehen, mit den Gedanken immer auf dieses Ende gerichtet? Daher ist für mich nicht das Wissen um die Zukunft das Wichtige, sondern wie es der große athenische Staatsmann Perikles einmal formulierte: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft zu wissen, sondern auf sie vorbereitet zu sein.“Also, willkommen in der Zukunft? Ja, solange wir mit klarem und unvoreingenommenen Blick nach vorne schauen.

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