Die PRAM vereint unter anderem Mitglieder wie Procter & Gamble, Publicis, Liveramp, The Trade Desk, NBC Universal und die politischen Verbände IAB sowie dessen Tech Lab. Die Organisation hatte bei der Gründung vergangenen Monat schon angekündigt, mit Apple und Google ins Gespräch gehen zu wollen. Das Ziel des Verbands ist es, globale Standards zu schaffen, um die Adressierbarkeit von digitalen Werbemaßnahmen auch in Zukunft zu gewährleisten. Die entscheidende Rolle spielt dabei natürlich die Identifizierung der Nutzer auf den verschiedenen Geräten, um personalisierte Werbung ausspielen zu können. Da passt ein abgeschottetes Apple-Ökosystem nicht ins Bild.

Denn Apple plant einen Alleingang und will App-Entwickler in Zukunft dazu verpflichten, für jeden einzelnen User die Einwilligung einzuholen, die hauseigene Werbe-ID (IDFA) für Tracking-Zwecke nutzen zu dürfen. Dies soll in Form eines Pop-Ups geschehen. Momentan ist diese Zustimmung unauffällig im Installationsprozess verankert und es gibt in den Datenschutzeinstellungen lediglich die Option nachträglich auszusteigen – was so gut wie nie geschieht, da sich kaum jemand tatsächlich damit auseinandersetzt. Eine solche direkte Abfrage wird aber sicherlich dazu beitragen, dass sich die Opt-Out-Raten enorm erhöhen, was den Datenstrom von Apple-Geräten drastisch einschränken würde.

Im Schreiben bedankt sich die PRAM zunächst für die Verschiebung des Updates, das eigentlich im Herbst ausrollen sollte. Im gleichen Satz pocht der Verband jedoch schon auf eine Zusammenarbeit, um den Spagat zwischen Datenschutz und einem werbegestützten digitalen Ökosystem zu meistern. Denn ohne den sofortigen branchenübergreifenden Dialog könnten “iPhone- und iPad-Benutzer Gefahr laufen, den Zugang zu vielen beliebten werbefinanzierten Apps zu verlieren”. News- und andere Publisher seien auf die Werbeeinnahmen angewiesen und überhaupt könne “die gesamte Lieferkette für Werbung zum Erliegen kommen”.

Die Vertreter der Werbeindustrie prophezeien also gewissermaßen den Untergang des bestehenden Werbe-Ökosystems und wollen Apple dazu überreden, ihrer Organisation beizutreten. Einige Fragen, die im Rahmen der Zusammenarbeit zu klären sind, werden auch konkret formuliert. Etwa, ob App-Entwickler die Zustimmung zu Werbezwecken verpflichtend machen können, was mit Frequency Capping passieren wird und ob die ID – wenn nicht zu Targeting-Zwecken – dann wenigstens zur Kampagnenmessung, Attribution oder Ad Verification genutzt werden könne?

Es ist unwahrscheinlich, dass Apple sich auf eine Zusammenarbeit einlässt, denn der Konzern ist bislang immer seinen eigenen Weg gegangen. Außerdem lässt er sich die Option offen, die Werbe-ID selbst wie bisher nutzen zu können. Trotzdem blickt die Branche gespannt auf eine Reaktion aus Cupertino.

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